Frieder Schenck

Reimreim (mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Wenn einer sich beim Dichten nur das simple Joch des Paarreims auferlegt,

ansonsten aber ohne feste Regel sich bewegt,

und wenn er dann noch sein Gedicht in lange Verse – wie Gewänder – kleidet,

erhält man Lyrik, die viel spricht und sich von Prosa kaum noch unterscheidet.

Doch reduzierst du die Verslänge,

erzeugt die so geschaff’ne Enge

die zwingende Notwendigkeit

sprachlicher Behändigkeit.

In vier Silben

abzubilden

den Gedanken

ohne Schranken:

Das fällt schwer;

noch viel mehr

in nur drei.

Dabei

verzwei-

felst du

im Nu.

Doch

noch

schwer-

er,

wie

Sie

sehn,

wenn

Vers

ers…

…t – oh! -

so

kurz,

kurz:

ein’n

klein’n

Klang

lang.

Sehr

schwer,

wer-

ter

Herr,

sehr

schwer

..
.